Wenn’s zählt, zählt die Stützpunktfeuerwehr Rüdesheim auf die roten und die blauen Taschen

Der Feuerwehrverbandskasten nach DIN 14142 – K ist Bestandteil der Beladung von Lösch- und Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugen und dient zur Durchführung von Erste Hilfe-Maßnahmen im Feuerwehreinsatz.

Die von unserem Team in zahlreichen Einsätzen der vergangenen Jahre gemachten Erfahrungen führten dazu, dass aus dem DIN-Feuerwehrverbandskasten zwei Taschen auf den Fahrzeugen LF 16/12 und RW 1 geworden sind: eine rote und eine blaue Tasche. Und das aus gutem Grund: Weil wir unseren „Kunden“, also den hilfesuchenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern, und unseren Kameradinnen und Kameraden in Notfällen helfen möchten. Vor allem dann, wenn der Rettungsdienst noch nicht vor Ort sein sollte. Mehrere Rettungssanitäter, Sanitäter und examinierte Krankenpfleger gehören neben den in Erster Hilfe geschulten Einsatzsatzkräften zu unserer Mannschaft.

Die Farbe „rot“ steht bei den Taschen für die Wundversorgung, die Farbe „blau“ für die Beatmung. Zusätzlich zum DIN-Inhalt verfügt die rote Tasche unter anderem über eine Augenspülflasche, ein Verbrennungsset, Pulsoximeter, Blutdruckmessgerät, Beckengürtel und Tourniquet, ein Abbindesystem, mit der die Arterien bei stark blutenden Wunden abgebunden und der Blutfluss gestaut oder vollständig unterbrochen werden kann. Die blaue Tasche ist mit Sauerstoffflasche, Beatmungsbeutel, Guedel-Tubus und weiteren Mitteln zur Beatmung von Notfallpatienten ausgestattet. Ergänzend dazu konnten ebenfalls durch Spenden und unseren Förderverein ein automatisierter, externer Defibrillator (AED) und ein KED-System als Rettungskorsett zur Patientenstabilisierung beschafft werden.

Am Dienstagabend schulten die Rettungssanitäter Maik Pleines und Tim Pleines unser Team im Rahmen der wöchentlichen Ausbildung erneut im sicheren Umgang mit den vorhandenen Einsatzmitteln, damit wir im Notfall schnell und gezielt helfen können. Zur theoretischen Ausbildung gehörte auch ein Praxisteil, bei dem die Teilnehmenden ihre Fähigkeiten im Basic Life Support, also dem Freimachen der Atemwege, der Beatmung und der Herz-Druck-Massage bei einem Herzkreislaufstillstand, praktisch üben konnten. Dafür standen „Little Anne“, unsere durch den Förderverein beschaffte Übungspuppe mit App-Funktion, und eine Säuglingspuppe zur Verfügung, an denen die Probanden die verschiedenen Maßnahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Erwachsenen und Säuglingen trainieren konnten.

Herzlichen Dank an Maik und Tim für die lehrreiche und interessante Ausbildung.

Text und Bilder: Rouven Ginz, Wehrführer-Stellvertreter FW Rüdesheim