Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und steigende Pegel: Dauerregen beschäftigt in der VG Rüdesheim in der Nacht zum Dienstag und auch tagsüber mehr als 60 Einsatzkräfte

Datum: 3. Februar 2020 
Alarmzeit: 23:17 Uhr 
Alarmierungsart: Funkmeldeempfänger, GroupAlarm, Sirene 
Art: Unwettereinsatz U1 
Einsatzort: VG-Gebiet 
Einsatzleiter: Wehrleiter-Stellvertreter 1 VG Rüdesheim 
Fahrzeuge: FEZ Rüdesheim, FW Argenschwang TSF, FW Duchroth KTLF, FW Duchroth MTF, FW Hergenfeld TSF, FW Norheim MLF, FW Norheim MTF, FW Norheim TSF, FW Rüdesheim MTF 1, FW Rüdesheim MZF 3, FW Spabrücken MTF, FW Spabrücken MZF 3-TH, FW Spabrücken TLF 16/25, FW Waldböckelheim MZF 3-TH, FW Weinsheim MTF, FW Weinsheim TSF-W, WLST 1 mit MTF 
Einheiten: Feuerwehr Argenschwang, Feuerwehr Durchroth, Feuerwehr Norheim, Feuerwehr Rüdesheim, Feuerwehr Spabrücken-Hergenfeld, Feuerwehr Waldböckelheim, Feuerwehr Weinsheim, FEZ Rüdesheim, Wehrleitung VG Rüdesheim 


Einsatzbericht:

Mehr als 30 Liter Regen fielen seit Montagabend gegen 19 Uhr innerhalb weniger Stunden vom Himmel und bescherten auch den Feuerwehren in Teilen der VG Rüdesheim eine schlaflose Nacht. Zwischen 23 Uhr am Montagabend und 6 Uhr am Dienstagmorgen waren mehr als 60 Einsatzkräfte im Einsatz, um Keller zu lenzen, überflutete Fahrbahnen von Wasser und Schlamm zu befreien und vom Hochwasser bedrohte Objekte vor einem Wassereintritt zu schützen.

Gegen 23 Uhr hatten die Wassermassen in der Bürgermeister-Kirsch-Anlage im Bereich der Rotenfelshalle in Norheim einen regelrechten See gebildet. Aus den Oberflächenwassereinläufen sprudelte das Wasser heraus, da der Kanal die Wassermassen aus der Ortslage nicht mehr fassen konnte. Grund dafür war, dass die Pumpstation am Ortsausgang in Richtung Bad Münster am Stein-Ebernburg nicht richtig funktionierte. Die Feuerwehr Norheim um Wehrführer Jens Kaffine pumpte das angestaute Wasser mit einer Schmutzwasserpumpe und einer Tragkraftspritze ab und verhinderte damit einen Wassereintritt in die Rotenfelshalle. Durch die Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) in Rüdesheim wurde der zuständige Abwasserentsorger verständigt. Nach vier Stunden konnte die Norheimer Wehr ihren Einsatz beenden, da die Pumpenanlage wieder einwandfrei funktionierte und das Wasser von allein abfloss.

Gegen Mitternacht ging der nächste Notruf ein, dieses Mal aus dem Tannenweg in Duchroth. Dort lief der Keller eines Gebäudes voll. Die Duchrother Wehr stellte vor Ort fest, dass das Kellergeschoss rund einen halben Meter vollgelaufen war. Mit einer Tauchpumpe und einem Wassersauger beseitigten die Feuerwehrleute um Wehrführer Sören Herrmann in zweistündiger Arbeit die Wassermassen aus dem Gebäude. Die ebenfalls alarmierte Feuerwehr aus Waldböckelheim musste nicht eingreifen.

Dafür sicherten die Waldböckelheimer auf dem Rückweg von Duchroth die überflutete Landesstraße 108 im Bereich des Rother Hofs bei Schloßböckelheim ab.

Für einen Straßengraben an der Landesstraße 238 am Ortseingang von Argenschwang waren die Wassermassen einfach zu viel. Zu allem Übel kam dort auch noch ein verstopfter Kanaleinlauf hinzu, sodass sich Wasser und Schlamm ihren Weg über die Brunnenstraße in die Ortslage suchten. Um 1.30 Uhr hatte Ortsbürgermeisterin Petra Ender Alarm geschlagen und Wehrführer Peter Kaul um Unterstützung gebeten. Die Feuerwehren aus Argenschwang und Spabrücken befreiten das Rech von Unrat und Schlamm, damit das Wasser wieder ungehindert in den Kanal fließen konnte.

Noch während der Einsatz in Argenschwang in vollem Gange war, meldeten die Bewohner eines Hauses in der Spabrücker Huberstraße einen Wassereintritt in ihrem Keller. Neben der Spabrücker Wehr wurde durch die FEZ auch die Hergenfelder Feuerwehr alarmiert. Mit zwei Tauchpumpen und einem Wassersauger lenzte die Mannschaft um Wehrführer Heiko Zuck das über 1,50 Meter hochstehende Wasser aus dem Keller. Nach mehr als zwei Stunden war auch dieser Einsatz beendet.

Um 2.45 Uhr informierte Weinsheims Wehrführer Florian Zimmermann den stellvertretenden Wehrleiter Rouven Ginz über einen drohenden Wassereintritt des stark angeschwollenen Ellerbachs auf ein Firmengelände in Weinsheim. Der Firmeninhaber hatte bereits erste Schutzmaßnahmen getroffen. Um das Gelände mit Sandsäcken wirkungsvoll schützen zu können, alarmierte die FEZ Rüdesheim die Feuerwehren Weinsheim und Rüdesheim. Unter Führung von Wehrleiter-Stellvertreter Jörn Trautmann füllten die Feuerwehrleute gemeinsam mit Unterstützung weiterer Dorfbewohner rund 300 Sandsäcke und setzten diese auf. Währenddessen kontrollierten Wehrleiter-Stellvertreter Rouven Ginz und Zugführer Martin Barth die Wasserstände von Ellerbach, Gräfenbach und Katzenbach in regelmäßigen Abständen, um einen Überblick über die Abflusslage zu erhalten.

Während für die Rüdesheimer Wehr der Einsatz gegen 5.15 Uhr beendet war, hielten die Weinsheimer Aktiven den Pegelstand des Ellerbachs weiter im Auge.

Glücklicherweise hörte es im Laufe der Nacht auf zu regnen, sodass mit einer Entspannung der Lage im Gebiet der VG Rüdesheim zu rechnen ist. Die Einsatzlage ständig im Blick hatten André Weber und das Team der Feuerwehreinsatzzentrale in Rüdesheim, die die Einsätze in der Nacht koordinierte.

Ab 9.30 Uhr am Dienstagvormittag kontrollierte die Feuerwehr Oberhausen an der Nahe mit fünf Aktiven die Ortslage, um eventuelle Unwetterschäden zu finden. Dabei konnte in mehreren Keller ein Wassereinbruch festgestellt werden. Zudem wurden verstopfte Oberflächeneinläufe oberhalb der Ortslage vorgefunden und querliegende Baumstämme im Hagenbach verursachten gemäß dem Bericht von Wehrführer Björn Thilo Wolf einen massiven Rückstau.

Die Feuerwehrkräfte aus Oberhausen setzten mehrere Tauchpumpen und Wassersauger in Gebäuden in der Bahnhofstraße ein. Die Oberflächeneinläufe innerhalb der Ortslage wurden gemeinsam mit dem Gemeindearbeiter der Ortsgemeinde gereinigt.

Unwettereinsatz Norheim
Unwettereinsatz Weinsheim