Gutenberg oder doch Pontypandy? Gemeldeter Dachstuhlbrand stellt sich als Notrufmissbrauch eines Siebenjährigen heraus

Datum: 21. September 2020 
Alarmzeit: 16:08 Uhr 
Alarmierungsart: Funkmeldeempfänger, GroupAlarm, Sirene 
Art: Brandeinsatz B3 > Brandeinsatz B3.01 (Fehlalarm) 
Einsatzort: Gutenberg, Hauptstraße 
Einsatzleiter: Wehrleiter VG Rüdesheim 
Fahrzeuge: Einsatzgruppe DLZ mit MTF, FW Bad Kreuznach LB Nord DLAK 23/12, FW Gutenberg TSF-W, FW Hargesheim-Roxheim KTLF, FW Hargesheim-Roxheim TSF-W, FW Rüdesheim LF 16/12, FW Rüdesheim MTF 1, FW Rüdesheim TLF 24/50, FW Wallhausen LF 8/6, FW Wallhausen MTF, FüSt VG Rüdesheim ELW 1, KFI-Stv. LK Bad Kreuznach, WL VG Rüdesheim KdoW 
Einheiten: Einsatzgruppe DLZ, Feuerwehr Gutenberg, Feuerwehr Hargesheim-Roxheim, Feuerwehr Rüdesheim, Feuerwehr Wallhausen, FEZ Rüdesheim, Führungsstaffel VG Rüdesheim, Wehrleitung VG Rüdesheim 
Weitere Kräfte: Feuerwehr Stadt Bad Kreuznach LB Nord, Polizei Bad Kreuznach, Rettungsdienst 


Einsatzbericht:

Den ein oder anderen Familienvater unter den alarmierten Feuerwehrleuten erinnerte der heutige Einsatz gegen 16 Uhr in Gutenberg ein wenig an Feuerwehrmann Sam aus Pontypandy. Warum? Ganz einfach, denn offensichtlich gibt es auch in der Gräfenbachgemeinde einen Jungen wie den siebenjährigen Norman Price aus der beliebten Kinderserie, der regelmäßig nicht in der Lage ist, angemessene Grenzen für sein eigenes Verhalten zu setzen und dafür bekannt ist, Unfug und Chaos zu verursachen. Dieses Mal sehr zum Ärger der alarmierten Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner.

Was war passiert? Ein Anrufer meldete der Leitstelle in Bad Kreuznach per Handy über Notruf einen Dachstuhlbrand in der Gutenberger Hauptstraße. Aufgrund des Alarmstichwortes löste die Leitstelle daraufhin die Alarmstufe „Brand 3“ aus, welche die höchste Alarmstufe für Brandereignisse auf der Ebene der Verbandsgemeinde bedeutet. So wurden um 16.08 Uhr die Feuerwehren aus Gutenberg und Hargesheim-Roxheim, die Stützpunktfeuerwehren aus Rüdesheim und Wallhausen,  die Drehleiter des Löschbezirks Nord der Feuerwehr Bad Kreuznach, die Einsatzgruppe des Dienstleistungszentrums für Feuerwehr und Katastrophenschutz sowie die Wehrleitung mit der Führungsunterstützung und der Kreisfeuerwehrinspekteur, der Rettungsdienst und die Polizei alarmiert und eilten kurz darauf mit rund 50 Einsatzkräften in Richtung Gutenberg. Während sich die Kräfte auf Anfahrt befanden, wurde zudem noch eine neue Hausnummer als Einsatzort mitgeteilt.

Als die Feuerwehreinheit Gutenberg um Wehrführer Michael Pfeiffer wenige Minuten nach dem Alarm an den mittlerweile zwei gemeldeten Hausnummern in der Hauptstraße eintraf, konnte sie glücklicherweise keine Brände feststellen. Wehrleiter Christian Vollmer ließ daraufhin und aufgrund der Tatsache, dass es nur einen „Notruf“ für ein derartiges Brandereignis gab, die weiteren anrückenden Fahrzeuge der Nachbarwehren vor oder in der Ortslage Gutenberg in Bereitstellung gehen. Nach kurzer Rücksprache mit der Polizei stellte sich die Alarmmeldung als Notrufmissbrauch des Siebenjährigen heraus.

Mal völlig losgelöst davon, dass es für die Wehren in der VG Rüdesheim die mittlerweile 201. Alarmierung in diesem Jahr und nach den zwei Einsätzen am Wochenende ein sehr ärgerlicher Fehlalarm war, sorgt ein derartiger Unfug und Schabernack auch dafür, dass die Einsatzkräfte für wirkliche Einsätze gegebenenfalls nicht zeitnah zur Verfügung stehen.

Mit Wünschen wie „Dem Bub gehört der Kopf zwischen die Ohren gesteckt“ traten die alarmierten Kräfte kurz darauf den Rückmarsch an.