Bootsführer üben Fahrmanöver auf dem Rhein mit steifer Brise um die Nase

Die ersten neun Monate waren für die Feuerwehren der VG Rüdesheim mehr als einsatzreich. Bereits jetzt waren die Aktiven über 50 Mal häufiger im Einsatz als in den ersten drei Quartalen des Vorjahres. Auch wenn viele Einsatzszenarien abgearbeitet werden mussten, blieb die Facheinheit „Wasserrettung/Bootsführer“ in diesem Jahr bislang glücklicherweise einsatzlos

Traurig ist im Team der Bootsführer um Michael Petermann von der Feuerwehreinheit Norheim über die „arbeitslosen“ Monate aber niemand. Denn Einsätze auf Gewässern, in der VG Rüdesheim vorrangig auf dem Niederhäuser Stausee und auf der Nahe zwischen Bad Münster am Stein-Ebernburg und Staudernheim, bedeuten in der Regel den Einsatz zur Menschenrettung. Trotz des heißen und rekordverdächtigen Sommers kam es auf den Gewässern im VG-Gebiet bislang zu keinem Notfall.

Aber der nächste Einsatz kommt bestimmt und dann muss jeder Handgriff sitzen, das Rettungsboot unverzüglich ins Wasser gelassen und die Einsatzstelle rasch erreicht werden können. Damit das im Realfall auch funktioniert, trainiert die Facheinheit regelmäßig. Am vergangenen Samstag führten die Bootsführer Roland Bicking (FW Roxheim), Jörg Baum und André Weber (FW Rüdesheim) und Manuel Schweikard (FW Norheim) unter der Leitung von Michael Petermann eine ganztägige Ausbildung auf dem Rhein bei Bingen durch. Dabei standen verschiedene Fahrmanöver zum Erhalt der Fahrpraxis auf dem Niedrigwasser führenden Rhein auf dem Programm. So wurde das Fahren einer „8“ und das Anlegen an Steigern geübt. Eine Herausforderung im Einsatzfall kann das Einfahren in beengte Räume und die Fahrt über untiefes Gewässer sein, was ebenfalls Bestandteil der Praxiseinheit war. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes im Rhein war außerhalb der Fahrrinne besondere Vorsicht geboten.

Trotz der nicht mehr ganz sommerlichen Temperaturen und einer steifen Brise um die Nase war die Bootsführerausbildung eine wichtige Auffrischung der erlernten Kenntnisse.

Text: Rouven Ginz, stellvertretender Wehrleiter

Foto: Michael Petermann