Feuerwehren kommen nicht zur Ruhe: Heftiges Unwetter fegt am Freitagnachmittag über den Südwesten der Verbandsgemeinde Rüdesheim

Datum: 26. Juli 2019 
Alarmzeit: 15:30 Uhr 
Alarmierungsart: Funkmeldeempfänger, GroupAlarm, Sirene 
Art: TH1 
Einsatzort: Boos, Hüffelsheim, Oberhausen, Waldböckelheim 
Einsatzleiter: Wehrleiter-Stellvertreter 2 VG Rüdesheim 
Fahrzeuge: FEZ Rüdesheim, FW Boos TSF, FW Duchroth KTLF, FW Duchroth MTF, FW Niederhausen TSF-W, FW Oberhausen TSF, FW Waldböckelheim LF 8/6, FW Waldböckelheim MZF 3-TH, WLST 2 mit KdoW 


Einsatzbericht:

Ein heftiges Unwetter ist am Freitagnachmittag gegen halb vier über die Ortsgemeinden im Südwesten der Verbandsgemeinde Rüdesheim gefegt und hat teilweise große Schäden angerichtet. Nach den Flächenbränden in Limbach und Duchroth am gestrigen Donnerstag waren die Feuerwehren erneut im Dauereinsatz.

Insgesamt sind die ehrenamtlichen Brandschützer der VG Rüdesheim seit vergangenem Samstag 16 Mal ausgerückt. Heute befanden sich 58 Einsatzkräfte aus der VG Rüdesheim seit 15.30 Uhr im Einsatz, um sieben Einsatzstellen abzuarbeiten. In der Feuerwehreinsatzzentrale der Rüdesheimer Stützpunktwehr liefen die Fäden zusammen, das Team der FEZ koordinierte die von der Leitstelle in Bad Kreuznach weitergeleiteten Notrufe und veranlasste die notwendigen Alarmierungen. Die Gesamteinsatzleitung lag in den Händen des stellvertretendes Wehrleiters Jörn Trautmann.

Der Deutsche Wetterdienst warnte ab 15 Uhr vor den starken Gewittern, innerhalb weniger Minuten wurden die Warnungen erhöht und sogar eine lila Warnung, die höchste Warnstufe also, ausgegeben. Dass das Unwetter sehr langsam weiterzog, zeigen die gemessenen Regenmengen: Während die beiden Wehrleiter-Stellvertreter Rouven Ginz und Jörn Trautmann in ihrem Wohnort Mandel grade mal einen halben Liter Regen auf ihren Wetterstationen messen konnten, prasselten in Waldböckelheim innerhalb von 30 Minuten 19 Liter pro Quadratmeter vom Himmel. In Oberhausen an der Nahe, wo der Schwerpunkt der Unwetterschäden lag, sprachen Anwohner von mindestens 40 Litern Regen. Die Schlamm- und Geröllmassen, die die Straßen in der Ortslage bedeckten, zeugen von den Wassermassen, die gefallen sein müssen. Die örtliche Wehr Oberhausen erhielt von den Nachbarwehren aus Duchroth und Niederhausen Unterstützung bei der Beseitigung der Unwetterschäden. Auf der Straße in Richtung Hallgarten waren sechs Bäume umgestürzt und wurden von den Einsatzkräften zerkleinert und beiseite geräumt. Auf der Straße in Richtung Duchroth musste ebenfalls ein Baum beseitigt werden und in der kompletten Ortslage Oberhausen waren zudem die Fahrbahnen mit Ästen übersät. Gemeinsam mit der Ortsgemeinde Oberhausen, der Straßenmeisterei und freiwilligen Helfern konnte die Lage bis gegen 19 Uhr bewältigt werden. Hier kam unter anderem ein Radlader zum Einsatz, um die Schlamm- und Geröllmassen von der Fahrbahn zu räumen.

Auf der L 235 zwischen Duchroth und Odernheim am Glan versperrte ein umgestürzter Baum die Fahrbahn. Die Duchrother Wehr beseitigte das Verkehrshindernis. Auf Privatgrundstücken waren mehrere Bäume umgestürzt oder entwurzelt. Die Feuerwehr begutachtete die Bäume. Da keine Gefahr bestand, wurde den Eigentümern die Beseitigung durch Fachfirmen empfohlen. 

Auf der Kreisstraße 61 zwischen Boos und Schloßböckelheim mussten die Kameraden aus Boos einen Baum beseitigen. In Richtung Waldböckelheim war die Fahrbahn überflutet, hier befreite die Booser Feuerwehr den Oberflächenwassereinlauf von Schlamm und das Wasser konnte wieder ungehindert abfließen. Zurück im Gerätehaus mussten die Feuerwehrleute feststellen, dass der Strom in Boos ausgefallen war. Das Gerätehaus wurde rund 30 Minuten besetzt, bis der Strom wieder da war. Am Abend meldete ein Anwohner der Nahestraße einen angebrochenen Baum am Radweg in Richtung Schloßböckelheim. Durch die Feuerwehr waren hier aber keine Maßnahmen erforderlich.

Im katholischen Kindergarten in Waldböckelheim drang Wasser in die Räume ein, weil ein Ablauf am Dach verstopft war. Mit einem Wassersauger nahmen die Feuerwehrkräfte aus Waldböckelheim das Wasser auf.

Auf dem Kirmesplatz in Hüffelsheim machte das Wetter den Organisatoren der Kerb einen Strich durch die Rechnung. Durch den Gewittersturm wurde ein Zelt aufgewirbelt und wickelte sich um den Kerwebaum. Ortsbürgermeister Jochen Fiscus forderte die örtliche Wehr an, um den Baum zu sichern. Die Feuerwehr räumte die Trümmer beiseite und sicherte den Baum mit Hilfe von drei Leinen gegen Umstürzen.